Bedrohungen

Wodurch wird die Biene sonst noch bedroht?

Das Leben der heutigen Bienen ist kein Honigschlecken! Nicht zuletzt plagen sich unsere Bienen auch mit von uns Menschen gemachten Bedrohungen herum. Seien es Spritzmittel wie Pestizide oder Neonicotinoide. Und auch die meistens vorhandenen Monokulturen und die nicht mehr vorhandenen Blühstreifen zwischen den Feldern bedrohen unseren Bienenbestand. Einerseits werden die Bienen bei der Nektar- und Wassersammlung vergiftet und bringen diese Gifte im schlimmsten Fall noch in die Brut ein, andererseits verhungern die Bienen mitten im Sommer, wenn die Völker groß sind und zu wenig Tracht (Nektar und und Pollen bietende, gerade blühende Pflanzen) vorhanden ist. Das ist auch ein Grund für die Stadtimkerei. Erstens wird in der Stadt bei weitem nicht so viel gespritzt, wie am Land und zweitens blüht hier immer etwas. Auch finden sich in der Stadt nicht selten mehr blühende Laubbäume, als am Land. Und so findet die Biene, als ehemaliges Waldtier, hier einen neuen Lebensraum. Ich unterstütze das, alle meine Bienenvölker stehen in und um Klagenfurt und nach einigen Jahren kann ich nun mit Sicherheit sagen, den Bienen geht es in der Stadt viel besser, als am Land, auch wenn ich als Imkerin hier mehr auf Gefahren durch Varroa-Reinfektion  achten muss.

Hier setzt auch die Aufklärungsarbeit von uns Imkern an. Wild lebende Honigbienen, die es heute kurzfristig immer noch gibt (Schwärme gehen ab, ohne dass der Imker es bemerkt oder sie einfangen kann), brechen meist schon im Herbst durch zu viel Varroa-Befall zusammen und die flüchtenden Bienen betteln sich bei anderen Völkern ein, die dann durch die mitgebrachten Milben stark belastet werden und eine Lawine wird damit sozusagen in Gang gesetzt. Imkerinnen und Imker, die diese Tatsachen missachten und ihre Bienen nicht gegen die Varroamilbe behandel, schaden damit nicht nur ihren eigenen Völkern, sondern auch allen Völkern in der Umgebung ihres Bienenstandes. Heute muss der Imker am neuesten Stand des Wissen sein und dementsprechend handeln. Das bedeutet keinesfalls, dass Antibiotika oder andere „Wundermittel“ verwendet werden, sondern mit organischen Säuren wird streng nach Vorschrift des Gesetzgebers so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig behandelt. Das erfordert nicht nur Wissen um die Möglichkeiten sondern auch Wissen um den Zustand der eigenen Völker. Nicht umsonst ist Imkerei ein Lehrberuf.

Bienenseuchen wie die Faulbrut bedrohen unsere Bienen. Jedes nicht ausgewaschene Honigglas im Glascontainer zieht, sobald die Temperatur über 6° C plus steigt, Honigbienen an, die die Honigreste aufsammeln. Ist dieser Honig mit dem Faubruterreger (der für uns Menschen harmlos ist), infiziert (was vielfach bei ausländischem Billighonig der Fall ist), wird das Volk, dem der Honig gebracht wird, infiziert. Bricht die Faulbrut aus, haben wir einen Seuchenfall, der oft die rechtzeitige Tötung vieler befallener Bienenvölker nach sich zieht, damit die Seuche wieder eingedämmt werden kann. Sperr/Quarantaine-Gebiete werden vom Amtstierarzt errichtet und Völker, die befallen sind, bei denen die Krankheit aber noch nicht ausgebrochen ist, müssen aufwändig saniert werden. Ein Katastrophe für den Imker und nicht zuletzt auch für die Bienen, deren Vorräte, Wabenwerk und Brut vernichtet wird. Und alles, weil ein Honigglas nicht ausgewaschen oder eine Biene am sonntäglichen Frühstückstisch mit Honig gefüttert wurde.

Und trotz alledem …

… ist die Imkerei das, was meinem Leben Sinn gibt. Vielleicht ist es für jemanden, der die Bienen nur durch das Bildchen am Honigglas am Frühstückstisch oder durch die echten Wachskerzen am Christbaum kennt, schwer zu verstehen. Ich lade meine Kunden gern dazu ein, mich einmal zu den Bienen zu begleiten, gefahrlos, mit Schutz natürlich. Einmal dabei sein und erleben, wie der Superorganismus Bien (das Bienenvolk in seiner Gesamtheit) funktioniert. Aber Achtung! Hier besteht für viele Menschen Suchtgefahr, und wer einmal – wie ich – von Bienen fasziniert ist, wird kaum mehr davon lassen können.